Teilzeitausbildung – Good-Practice-Beispiele von und für Unternehmen!

Zehn Ausbildungsportraits aus dem ESF-Förderprogramm „Teilzeitausbildung für Alleinerziehende“

Im Rahmen des ESF-Förderprogramms "Teilzeitausbildung für Alleinerziehende" (2015-2017) hat das Netzwerk Teilzeitausbildung eine Broschüre mit zehn Good-Pactice-Beispielen herausgegeben.

Mit der Broschüre „Teilzeitausbildung für Alleinerziehende“ wollen wir Ihre Aufmerksamkeit für die Teilzeitausbildung (TZA) gewinnen und Sie über Chancen, Potenziale und Rahmenbedingungen dieses Berufsbildungsinstruments informieren. Neben Einblicken in personalpolitische und betriebswirtschaftliche Perspektiven auf die Teilzeitausbildung bietet Ihnen die Broschüre auch Informationen zu den Rahmenbedingungen der Umsetzung und zu den persönlichen Chancen familienfreundlicher Ausbildungsplätze.

Hierzu haben wir zehn Betriebsporträts aus dem ESF-Förderprogramm „Teilzeitausbildung für Alleinerziehende“ in Baden-Württemberg ausgewählt, das von fünf beteiligten Projektverbünden landesweit umgesetzt wird.

Die Portraits haben wir Ihnen hier in einer praktischen Übersicht zusammen gestellt - unsere gesamte Broschüre gibt es auch als

zum Download für Sie.

Praxis für Allgemeinmedizin Dres. Schuon, Friedrichshafen (Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten)

 
 
Frau Dr. Schuon | Dres. Schuon, Praxis für Allgemeinmedizin Friedrichshafen

Wir haben eine motivierte Arbeitskraft!

Frau Dr. Schuon | Dres. Schuon, Praxis für Allgemeinmedizin Friedrichshafen

„Mit der Ausbildung in Teilzeit haben wir im September 2013 begonnen, nachdem wir von einer Mitarbeiterin des CJD Bodensee- Oberschwaben persönlich darauf angesprochen wurden. Wir hatten damals gerade einen Bedarf an geringfügiger Unterstützung und dann passte das gut zusammen. Die TZA bietet uns die Möglichkeit, unserem Bedarf entsprechend personelle Unterstützung im Betrieb zu bekommen. Im Moment haben wir Schwierigkeiten Arzthelferinnen zu finden. Mit der TZA können wir dem Mangel begegnen, indem wir jungen Frauen die Möglichkeit geben, ihre Ausbildung abzuschließen und damit weitere Fachkräfte für den Arbeitsmarkt ausbilden. Unsere Erfahrungen mit der TZA sind gut und der Unterschied zur Vollzeitausbildung nicht wirklich groß. Frau Kopp hat sich schnell in unseren Betrieb eingefunden und wir merken ihr ihre Lebenserfahrung als junge Mutter an. Sie weiß, worum es geht, sie ist zielstrebig, motiviert und auch flexibel. Eine Herausforderung in der Umsetzung der TZA sehen wir in der Kinderbetreuung, denn hier muss bspw. die Abdeckung der Ferienzeiten im Vorfeld gut überlegt und rechtzeitig geplant werden, besonders wenn das Kind noch sehr klein ist. Wir finden die TZA sinnvoll und können sie auch anderen Betrieben empfehlen: Man gewinnt eine motivierte Arbeitskraft!“

 
Frau Kopp, Auszubildende zur medizinischen Fachangestellten, 24 Jahre, 1 Kind, Realschulabschluss

TZA ist für mich die beste Lösung!

Frau Kopp, Auszubildende zur medizinischen Fachangestellten, 24 Jahre, 1 Kind, Realschulabschluss

„Eine Vollzeitausbildung hätte ich zeitlich nicht mit meinem Kind vereinbaren können. Der organisatorische Aufwand hält sich für mich durch die TZA in Grenzen: Ich arbeite vormittags in der Arztpraxis und zweimal wöchentlich nachmittags. Wenn meine Tochter noch im Kindergarten ist, habe ich Zeit, mich auf’s Lernen zu konzentrieren. Diese Lernzeit für die Prüfung zu haben, ist sehr wichtig für mich, um erfolgreich abschließen zu können. Wichtig ist auch, dass man ein Netzwerk aus Familie, Freunden und dem Vater des Kindes hat, die alle einspringen können, falls das Kind mal krank ist. Das muss alles im Vorfeld schon geplant werden. Ich persönlich sehe in der TZA nur Vorteile: Ich habe nicht die volle Arbeitszeit und kann mich gut auf ’s Lernen und die Ausbildung konzentrieren. Auch das Entgegenkommen meines Arbeitgebers ist sehr positiv! Ich werde maximal unterstützt und kann nur Vorteile in der TZA erkennen! Ich habe nicht den Eindruck, dass ich durch die begrenzte Ausbildungszeit Inhalte verpasse, eher im Gegenteil: Mir wird alles genau und intensiv erklärt. Bei mir läuft im Moment alles genau so, wie es laufen sollte.“

 
 
 

Seniorenstifte Am Kurgarten & Mandelberg, Pfalzgrafenweiler (Ausbildung zur Altenpflegerin)

 
 
Frau Hahn, Einrichtungsleiterin | Herr Seidt, Pflegedienstleiter, Seniorenstifte AM KURGARTEN & MANDELBERG, Pfalzgrafenweiler

DER GROßE UNTERSCHIED: REIFE UND MOTIVATION.

Frau Hahn, Einrichtungsleiterin | Herr Seidt, Pflegedienstleiter, Seniorenstifte AM KURGARTEN & MANDELBERG, Pfalzgrafenweiler

„Wir beschäftigen mehrere Auszubildende und waren schon zum Teil im Vorfeld mit dem Konzept Teilzeitausbildung vertraut. Uns ist es wichtig, im gegenseitigen Interesse abzuwägen, was für beide Seiten möglich ist. Teilzeitauszubildende sind generell etwas älter und haben oftmals Familie, da merkt man einen großen Unterschied zu jüngeren Vollzeitauszubildenden bezüglich der persönlichen Reife und Motivation. Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv. Bezüglich der Dienstplangestaltung muss man natürlich etwas umplanen, aber das ist für uns leicht umsetzbar. Unsere Teilzeitauszubildenden haben die gleichen Arbeitszeiten wie die anderen Mitarbeiter_innen, sind aber anteilig weniger Tage im Betrieb.

Für uns sehen wir nur Vorteile, anderen Betrieben würden wir das Modell der Teilzeitausbildung unbedingt empfehlen.“

 
Frau Binder | Auszubildende zur Altenpflegerin, 32 Jahre, 2 Kinder, Mittlere ReifeRealschulabschluss

WILLE UND SELBSTBEWUSSTSEIN SIND WICHTIG!

Frau Binder | Auszubildende zur Altenpflegerin, 32 Jahre, 2 Kinder, Mittlere Reife

„Um eine Teilzeitausbildung plus Familienbetreuung als Alleinerziehende zu stemmen, dazu ist Wille, Selbstbewusstsein und die Unterstützung der ganzen Familie wichtig. Eine Vollzeitausbildung wäre für mich zeitlich defi nitiv nicht zu stemmen. Meine Kinder sind im schulischen Ganztag betreut und der Betrieb geht auf meine zeitlichen Einschränkungen ein. Für meine Kinder ist es ebenfalls positiv, dass ich mich in einer Ausbildung befi nde und ich habe das Gefühl, so ein gutes Vorbild für sie zu sein.
Die Schulzeiten der Berufsschule wären allerdings für mich ohne Ganztagesangebot schwierig mit der Kinderbetreuung vereinbar. Auch die Zeit fürs Lernen oder schriftliche Ausarbeitungen zu finden, ist definitiv herausfordernd.
Meinen Alltag musste ich mit Beginn der Ausbildung natürlich umstrukturieren, da war es gut, dass ich zunächst ein Praktikum im Betrieb machen konnte bzw. im Projekt FAMOS war. So hatte ich genügend Zeit, mich auf die Ausbildung vorzubereiten und habe viel Unterstützung erfahren.“

 
 
 

Eurofins Jäger, Tübingen (Ausbildung zur Chemielaborantin)

 
 
Herr Hamann

Beide Seiten profitieren!

Herr Hamann, Geschäftsführer | Eurofins Jäger Tübingen

„Wir beschäftigen uns als wirtschaftlichorientiertes Unternehmen schon länger mit der Frage, wie es gelingen kann, familienfreundlicher zu werden und auch Menschen mit Benachteiligungen eine Chance zu geben.
Frau Mbati hat uns im Rahmen eines Praktikums von sich überzeugt, da sie bereits Vorerfahrungen durch ihre Ausbildung in Kenia hatte und die nötige Ernsthaftigkeit mitbrachte. Zu Beginn der Ausbildung erwies es sich als sehr hilfreich, dass die zuständige Abteilungsleiterin Engländerin ist und die beiden sich sehr gut in Englisch verständigen konnten. Frau Mbati arbeitet nicht nur praktisch sehr gut, sondern hat uns auch mit ihren guten Noten überrascht.
Die TZA lässt sich in unser Unternehmen aufgrund der flexiblen Arbeitszeit gut integrieren. Wir versuchen generell ein Win-Win für beide Seiten zu ermöglichen. Im Falle von Frau Mbati gelingt das sehr gut. Wir können die TZA auch anderen Betrieben empfehlen, die bereit sind, flexible Modelle und Lösungen zu entwickeln. Wichtig erscheint uns allerdings, dass es im Vorfeld die Möglichkeit gibt, sich über eine längere Praktikumsphase kennen zu lernen und dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die TZA mittragen.“

Frau Mbati

Die Entscheidung war richtig!

Frau Mbati | Auszubildende zur Chemielaborantin, 34 Jahre, 1 Kind, Mittlere Reife

„Die TZA hat mich vor allem interessiert, weil ich durch sie Zeit für mein Kind habe und gleichzeitig arbeiten kann. Als alleinerziehende Mama habe ich dadurch mehr Möglichkeiten, den Haushalt, die Kinderbetreuung und die Arbeit zu organisieren. In Kenia habe ich bereits als medizinisch-technische Assistentin im Labor gearbeitet und kann meine Erfahrungen mit den Arbeitsabläufen und dem Equipment in meine Ausbildung einbringen. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin und den Mut dazu hatte! Mein Ziel ist ein gutes Leben für mich und mein Kind. Selbstvertrauen, Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen sind Fähigkeiten, die man für die Ausbildung braucht: Ich stehe morgens um fünf Uhr auf und lerne zwei Stunden, bevor mein Kind aufwacht. Durch das Projekt DUETT habe ich immer Ansprechpersonen, die mich bei Problemen unterstützen. Als große Herausforderung empfinde ich die Kinderbetreuung. Meine Tochter ist im Kindergarten sehr gut versorgt, aber wenn sie mal krank ist oder der Kindergarten geschlossen hat, dann muss ich frei nehmen. Wenn ich im Betrieb rechtzeitig Bescheid sage, kommen alle sehr gut damit zurecht. Ich habe den passenden Betrieb gefunden.“

 
 
 

Rechtsanwaltskanzlei Leichtle Omari Partnergesellschaft mbH (Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten)

 
 
Herr Leichtle | Herr Omari | Rechtsanwälte Kanzlei Leichtle Omari Partnerschaftsgesellschaft mbB

TEILZEITAUSZUBILDUNG PASST WUNDERBAR IN UNSER KONZEPT!

Herr Leichtle | Herr Omari | Rechtsanwälte
Kanzlei Leichtle Omari Partnerschaftsgesellschaft mbB

„Wir bilden dieses Jahr zum ersten Mal in Teilzeit aus. Durch die Bewerbung unserer jetzigen Auszubildenden sind wir auf das Modell „Ausbildung in Teilzeit“ gestoßen und haben uns sowohl aufgrund der guten Eignung der Bewerberin als auch aufgrund sozialer Aspekte dafür entschieden. Bisher sind wir mit dem Ablauf der Ausbildung sehr zufrieden. Auch die zeitliche Abstimmung mit unserer Auszubildenden funktioniert reibungslos. Junge Mütter haben eine besondere Motivation und ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein. Dennoch gibt es auch Herausforderungen im Bereich der Arbeitszeitgestaltung, da die Auszubildende durch die Kinderbetreuung eine geringere Flexibilität mitbringt. Auch muss darauf geachtet werden, die Belastung für die Auszubildende nicht zu hoch werden zu lassen und ihr beispielsweise während der Arbeitszeit Zeit zum Lernen einzuräumen. Für Betriebe kann die Teilzeitausbildung dann zum Erfolgsmodell werden, wenn die Unternehmen ihre Bedarfe darauf einstellen können. Für unser Unternehmen lässt sich festhalten, dass die Teilzeitausbildung in unser Konzept passt. Wir sind froh, diese für uns neue Gestaltung gewählt zu haben.“

Frau Anic | Auszubildende zur Rechtsanwaltsfachangestellten, 32 Jahre, 2 Kinder, Mittlere Reife

MIR IST ES WICHTIG, AUF EIGENEN BEINEN STEHEN ZU KÖNNEN.

Frau Anic | Auszubildende zur Rechtsanwaltsfachangestellten, 32 Jahre, 2 Kinder, Mittlere Reife

„Es ist wichtig, vor der Ausbildung gut zu planen, um die Betreuung der Kinder zu gewährleisten. Der organisatorische Aufwand ist aber mit der richtigen Vorbereitung im Vorfeld gut zu stemmen. Meine Kinder haben Ganztagesbetreuung in der Schule, zusätzlich werde ich noch von einer Tagesmutter unterstützt. Die richtige Motivation für die Ausbildung ist sehr wichtig, da es auch mal stressiger werden kann. Die Unterstützung durch den Betrieb ist hierbei besonders relevant. So bekomme ich zum Beispiel auch mal Zeit zum Lernen zur Verfügung gestellt.
Mir ist es wichtig, nach der Ausbildung auf eigenen Beinen stehen zu können und meinen Kindern ein Vorbild zu sein.“

 
 
 

Salon Gold, Oberkochen (Ausbildung zur Frisörin)

 
 
Herr Baier | Geschäftsinhaber Brot- und Feinbäckerei Baier, Crailsheim

UNSERE MITARBEITERIN IST EHRGEIZIG UND LERNFÄHIG!

Frau Bel | Filialleiterin und Ausbilderin, Salon Gold, Oberkochen

„Im Moment beschäftigen wir zwei Auszubildende in Teilzeit in unserem Betrieb. Unsere Erfahrung war bisher sehr gut und wir können die Mischung aus Teilzeit- und Vollzeitauszubildenden in der Planung gut kombinieren. Wir setzen unsere Teilzeitauszubildenden vor allem an Tagen ein, an denen es viel zu tun gibt. Einen großen Unterschied bei der Umsetzung von Voll- und Teilzeitausbildung konnten wir nicht feststellen. Wir erleben Frau Gel als sehr ehrgeizig, motiviert und lernfähig. Außerdem bringt sie ein gutes Gespür und Erfahrung im Umgang mit den Kund_innen mit.

Anderen Betrieben würde ich das Modell Teilzeitausbildung
auf jeden Fall weiterempfehlen.“

Frau Gel | Auszubildende zur Frisörin, 31 Jahre, 3 Kinder, Realschulabschluss in Russland

DIE MISCHUNG AUS ARBEIT UND SCHULE IST PERFEKT!

Frau Gel | Auszubildende zur Frisörin, 31 Jahre, 3 Kinder, Realschulabschluss in Russland

„Für die Ausbildung in Teilzeit habe ich mich entschieden, da es mir sehr wichtig ist - für mich und meine Kinder -, dass ich einen Abschluss vorweisen kann. Ich finde die Mischung aus Arbeit und Schule perfekt. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Oft merke ich gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht.

Meine Kinder werden in der Schule bzw. im Kindergarten ganztags betreut. Wenn es im Betrieb viel zu tun gibt, springen meine Eltern ein. So schaffe ich es, meine Termine mit dem Betrieb zu koordinieren. Außerdem habe ich eine Tagesmutter. Der Faktor Zeit spielt eine große Rolle – davon habe ich definitiv zu wenig. Ganz wichtig ist es, Motivation mitzubringen, ein Ziel vor Augen zu haben und immer flexibel in der Planung zu sein.

Insgesamt bin ich sehr glücklich und zufrieden, dass ich die Ausbildung angefangen habe und hoffe im Anschluss auf eine Festanstellung in meinem Betrieb.“

 
 
 

Bader Pulverbeschichtung GmbH, Aalen (Ausbildung zur Industriekauffrau)

 
 
Frau Bader | Kaufmännische Leitung/Personal, Bader Pulverbeschichtung GmbH, Aalen

FRAUEN SOLLEN DIE CHANCE AUF EINE AUSBILDUNG HABEN!

Frau Bader | Kaufmännische Leitung/Personal, Bader Pulverbeschichtung GmbH, Aalen

„Wir haben uns aus verschiedenen Gründen dafür entschieden, das Modell der Teilzeitausbildung in unserem Betrieb anzubieten. Zum einen wird es für Betriebe ein immer größeres Thema, geeignete Auszubildende zu fi nden. Zum anderen fi nden wir es wichtig, Frauen eine Chance auf eine Ausbildung zu geben.

Unsere Erfahrung ist, dass Frauen mit Familienhintergrund sehr viele Kompetenzen und eine hohe Motivation mitbringen. Viele Dinge im Arbeitsalltag muss ich nicht mehr erklären, sondern diese sind für die Frauen selbstverständlich. Zunächst mussten wir uns mit dem ungewohnten Zeitmanagement arrangieren. Dadurch, dass unsere Auszubildende aber hochmotiviert ist, gelingt es ihr, Arbeitsabläufe in sehr kurzer Zeit zu erledigen.

Anderen Betrieben würde ich daher empfehlen, dem Modell Teilzeitausbildung unbedingt eine Chance zu geben. Ein Praktikum im Vorfeld ist allerdings immer sinnvoll.“

Frau Junker | Auszubildende zur Industriekauffrau, 32 Jahre, 3 Kinder, Mittlere Reife

ZEITMANAGEMENT UND ORGANISATIONSTALENT SIND WICHTIG!

Frau Junker | Auszubildende zur Industriekauffrau, 32 Jahre, 3 Kinder, Mittlere Reife

„Zur Teilzeitausbildung bin ich während meiner Teilnahme am Projekt TAFF 2.0 gekommen, auf Empfehlung des Jobcenters. Nach einem 1-wöchigen Praktikum habe ich gleich die Zusage von Frau Bader bekommen. Am Anfang hatte ich Bedenken, ob ich den schulischen Teil der Ausbildung gut bewältigen kann. Nun sind meine schulischen Leistungen sehr gut.

Es war schon immer mein Wunsch, eine Ausbildung anzufangen. Dies ist aber früher an der Kinderbetreuung gescheitert. Jetzt sind meine Kinder in der Ganztagesbetreuung. Außerdem werde ich von meiner Mutter unterstützt. Wichtig ist es, während der Ausbildung konsequent und konzentriert zu sein, sowohl in der Schule, als auch im Betrieb, sowie ein gutes Zeitmanagement und Organisationstalent mitzubringen. Das bedeutet, dass man sich z.B. genug Zeit zum Lernen einplant. Ich bin zu 100% zufrieden mit meiner Ausbildung in Teilzeit.“

 
 
 

Katharinenhospital, Stuttgart (Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin)

 
 
Frau Herold | Stationsleiterin Katharinenhospital Stuttgart

TZA ist eine gute Sache!

Frau Herold | Stationsleiterin Katharinenhospital Stuttgart

„Unsere Station hat im November 2013 mit der TZA begonnen und arbeitet eng mit dem Bildungszentrum am Klinikum zusammen. Die verkürzte und veränderte Arbeitszeit der Auszubildenden erfordert eine gute und sorgfältige Planung bei der Erstellung der Dienstpläne. Aufgrund der verkürzten Schichten lässt es sich zum Teil nicht einrichten, dass die Auszubildenden in Stoßzeiten anwesend sind oder in die tägliche Übergabe integriert werden können. Im 2. Jahr wird es aber leichter, da die Arbeitszeit auf weniger Tage in der Woche verteilt wird. Ich finde es sehr wichtig, dass die Auszubildenden ihre Arbeitszeiten selbst mitbestimmen können und bspw. ganze Schichten arbeiten können und dafür dann weniger Tage. Dadurch lassen sich Abläufe und Inhalte effektiver lernen.

Generell werden die Arbeitszeiten aber sehr individuell an die Bedarfe der Kinderbetreuung angepasst. Die Möglichkeit eine TZA machen zu können, ist in jedem Fall eine große Chance für die Mütter. Das sehe ich sehr positiv. Wenn es die Möglichkeit nicht gäbe, hätte sich manche vielleicht nicht für die Ausbildung entschieden. Ich würde die TZA auf jeden Fall auch anderen Kliniken empfehlen. Ich finde es ist eine gute Sache.“

Frau Ngángá | Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, 26 Jahre alt, 1 Kind, Realschulabschluss

Man muss mit Leib und Seele dabei sein!

Frau Ngángá | Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, 26 Jahre alt, 1 Kind, Realschulabschluss

„Das Tolle bei der Teilzeitausbildung ist, dass ich neben der Ausbildung auch noch Zeit für mein Kind habe. Ich arbeite zu 75% und der Unterricht findet von 8 bis 13 Uhr statt. Da ich mein Kind erst ab 7 Uhr in die Kita bringen kann, beginne ich in der Klinik erst um 8 Uhr. Am Anfang war es schwierig, da dachte ich, ich schaffe es nicht. Aber jetzt ist alles geregelt und der organisatorische Aufwand hält sich in Grenzen. Nur wenn ich meinen Deutschkurs habe, dann muss die Tagesmutter einspringen und meinen Sohn vom Kindergarten abholen. Auf meiner Station sind alle Kolleginnen sehr verständnisvoll und unterstützen mich in der Arbeit am Patienten. Wenn ich um 13 Uhr Schluss mache, habe ich noch genügend Zeit zum Lernen und für den Haushalt. Die Ausbildung selbst finde ich sehr anspruchsvoll. Ich muss viel lernen, vor allem die Sprache. Aber die Lehrerinnen sind sehr verständnisvoll und entgegenkommend. Ich habe schon als Kind davon geträumt, Krankenschwester zu werden, meine Mutter war immer mein Vorbild! Es ist toll, dass es jetzt mit der Teilzeitausbildung klappt. Mit Kind hätte ich mir eine Vollzeitausbildung nicht zugetraut.“

 
 
 

Assfalg GmbH, Schwäbisch Gmünd (Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel)

 
 
Frau Assfalg | Inhaberin, Assfalg GmbH, Schwäbisch Gmünd

ES IST WICHTIG, HINTER DEM KONZEPT ZU STEHEN!

Frau Assfalg | Inhaberin, Assfalg GmbH, Schwäbisch Gmünd

„In der Umsetzung der Teilzeitausbildung machen wir die Erfahrung, dass vor Beginn der Ausbildung große Unterstützung von außen besteht, der Betrieb nach Abschluss des Vertrages aber auch gefordert ist, vieles in Eigenregie zu organisieren. Es ist wichtig, hinter dem Konzept zu stehen und den ganzen Betrieb mit ins Boot zu nehmen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es in jeder Ausbildung Hoch- und Tiefpunkte gibt. Der organisatorische Aufwand einer Auszubildenden in Teilzeit ist zum Teil höher als bei anderen Auszubildenden. Der dickste Ordner gilt unserer Teilzeitauszubildenden. Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden. Eine Mutter kann in der Regel z.B. gut organisieren, was einen großen Vorteil ausmacht. Unsere Mitarbeiterin hat sich im Laufe der Ausbildung sehr positiv verändert und ist beispielsweise viel selbstbewusster geworden.

Anderen Betrieben würde ich raten, der Ausbildung auf jeden Fall eine Praktikumsphase voranzustellen.“

Frau Mencnerowska | Auszubildende zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel, 32 Jahre, 2 Kinder, Abitur in Polen

ES IST WICHTIG, NICHT AUFZUGEBEN!

Frau Mencnerowska | Auszubildende zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel, 32 Jahre, 2 Kinder, Abitur in Polen

„In der Zwischenzeit gelingt es mir gut, die Teilzeitausbildung mit der Betreuung meiner Kinder zu vereinbaren. Anfangs war es ein organisatorischer Aufwand und ich musste viele bürokratische Hürden nehmen. Jetzt habe ich mich mit der Situation gut arrangiert, führe einen Kalender und lege meine Termine nun eben in den Nachmittag. Außerdem habe ich Unterstützung durch eine Tagesmutter. Durch die Teilzeitausbildung habe ich am Nachmittag und am Wochenende noch Zeit für meine Kinder oder kann diese Zeit zum Lernen für die Berufsschule nutzen.

Auch wenn die Umstellung in die Berufstätigkeit zu Beginn der Ausbildung schwierig war, ist es wichtig, nicht aufzugeben. Vor allem nach zehn Jahren Pause wieder für die Schule zu lernen, bedeutete eine große Umstellung für mich.

Zum Glück wurde ich durch meinen Betrieb unterstützt und konnte dort morgens immer eine gewisse Zeitspanne zum Lernen nutzen. Ich bin sehr froh, dass ich die Ausbildung begonnen habe und hoffe, dass ich im Anschluss in meinem Betrieb bleiben kann.“

 
 
 

Mercedes-Benz, Werk Gaggenau (Ausbildung zur Werkzeugmechanikerin)

 
 
Herr Schaible | Ausbildungsmeister Mercedes-Benz Werk Gaggenau

Teilzeitauszubildende bringen viel Engagement mit!

Herr Schaible | Ausbildungsmeister Mercedes-Benz Werk Gaggenau

„In unserem Unternehmen bieten wir auch Alleinerziehenden flexible Möglichkeiten für eine Ausbildung. Im Mercedes-Benz Werk Gaggenau bilden wir zur Zeit zwei Werkzeugmechanikerinnen in Teilzeit aus und unsere Erfahrungen sind sehr gut: Die Kolleginnen sind motiviert und engagiert! Ihre Entwicklung ist sowohl in fachlicher und sozialer als auch in schulischer Hinsicht sehr positiv. Sie sind selbständig, bringen viele soziale Kompetenzen und auch Rückgrat mit, was sich positiv auf die Gruppe der Auszubildenden auswirkt.

Als Besonderheit in der Teilzeitausbildung gilt bei uns, dass wir unseren Auszubildenden Gleitzeit anbieten, sodass sie Familie und Beruf besser vereinbaren können. Auch die Gewerbeschule haben wir im Vorfeld eingebunden. Unsere Erfahrung ist, dass die Frauen ihr Ziel, die Ausbildung abzuschließen, sehr ernsthaft verfolgen. TZA kann deshalb sicher auch für kleine und mittelständische Betriebe eine Möglichkeit sein. Wir können das Modell auf jeden Fall empfehlen.“

Frau Essler | Auszubildende zur Werkzeugmechanikerin, 24 Jahre, 1 Kind, Hauptschulabschluss Frau Nowaczyk | Auszubildende zur Werkzeugmechanikerin, 26 Jahre, 2 Kinder, Hauptschulabschluss

Meine Tochter ist sehr stolz auf mich!

Ich möchte meinen Kindern ein sicheres Leben bieten!

 

Frau Essler | Auszubildende zur Werkzeugmechanikerin, 24 Jahre, 1 Kind, Hauptschulabschluss

„Ich bin sehr motiviert, die Ausbildung zu schaffen, weil ich selbstständig sein will. Ich möchte einfach Zukunftschancen haben und nicht stehen bleiben. Wenn man es wirklich will, dann schafft man das auch.

Ausbildung und Familie unter einen Hut zu bekommen, war anfangs natürlich nicht ganz einfach. Ich bekomme Unterstützung von meiner Familie und meinen Freunden, aber viele haben selbst Kinder oder arbeiten – da kann ich nicht immer so drauf zurückgreifen, wie ich das müsste. Mittlerweile klappt es aber wirklich gut. Meine Tochter startet um 7 Uhr in der Frühgruppe und abends, wenn sie im Bett ist, habe ich Zeit zum Lernen. Meine Tochter ist sehr stolz auf mich. Immer, wenn sie einen Mercedes sieht, erzählt sie ‚Da arbeitet meine Mama!‘.“

Frau Nowaczyk | Auszubildende zur Werkzeugmechanikerin, 26 Jahre, 2 Kinder, Hauptschulabschluss

„Die Ausbildung läuft mittlerweile sehr gut. In der Anfangszeit war der Organisationsaufwand recht groß, aber jetzt ist alles geregelt: Meine Kinder sind neben Schule und Kindergarten noch durch eine Tagesmutter und den Hort betreut. Sie sind sehr gut in die Situation integriert und machen toll mit, obwohl wir immer so früh rausmüssen. Es braucht viel Durchhaltevermögen, um die Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Wir bekommen sehr große Unterstützung von der Schule, vom Betrieb und vor allem von unseren Ausbildern. Das ist schon ein toller Rückhalt! Unsere Ansprechpartnerin im Projekt „AB jetzt“! ist auch eine große Hilfe bei allen Fragen gewesen.“

 
 
 
 

Sto SE & Co. KGaA, Stühlingen (Ausbildung zur Industriekauffrau)

 
 
Frau Dombek | Referentin Ausbildung, Sto SE & Co. KGaA, Stühlingen

UNSERE ERFAHRUNGEN IN DER UMSETZUNG SIND NUR POSITIV!

Frau Dombek | Referentin Ausbildung, Sto SE & Co. KGaA, Stühlingen

„Zur Teilzeitausbildung sind wir eher per Zufall, durch Initiative des Trägers IN VIA bzw. die Eigeninitiative unserer Auszubildenden, gekommen.

Unsere Erfahrungen in der Umsetzung der Teilzeitausbildung sind nur positiv. Dies liegt unter anderem an der enormen Flexibilität unserer Teilzeitauszubildenden. Da unsere Auszubildende schon älter ist als klassische Auszubildende, bringt sie ein hohes Maß an Organisationsvermögen, Zielorientierung, Eigeninitiative und Einsatzwillen mit, was ebenso auch an ihrem Status als Mutter liegt. Allgemein lässt sich für uns festhalten, dass das Modell Teilzeitausbildung ein gewisses Maß an Flexibilität von beiden Seiten erfordert. Wir würden es sofort wiederholen!“

Frau Temyuk | Auszubildende zur Industriekauffrau, 32 Jahre, 1 Kind, Gymnasialabschluss in der Ukraine

MIT MEINER AUSBILDUNG BIN ICH SEHR ZUFRIEDEN!

 

Frau Temyuk | Auszubildende zur Industriekauffrau, 32 Jahre, 1 Kind, Gymnasialabschluss in der Ukraine

„Die Teilzeitausbildung bietet mir eine flexible Zeitgestaltung, so dass ich genug Zeit für die Betreuung meines Sohnes habe, der ansonsten im Hort bzw. in der Schule betreut wird. Mein Betrieb ist hierbei sehr verständnisvoll und entgegenkommend. Ich bin es gewohnt, sehr selbstständig zu arbeiten, habe ein gutes Zeitmanagement und verfüge über Planungsvermögen. Mit der Umsetzung meiner Ausbildung bin ich sehr zufrieden. Es ist wichtig, ein Ziel vor Augen zu haben, dann schafft man es, die Ausbildung trotz organisatorischer Hürden zu absolvieren. Eine wichtige Rolle spielt auch die Unterstützung durch die Träger und deren Kontakte zu den Betrieben.“

 
 
 
 
 
 
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