ESF-Förderprogramm "Teilzeitausbildung von alleinerziehenden Frauen ohne Berufsausbildung" (2012-2014)

Im Zeitraum 2012 bis 2014 hat das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg acht Verbünde bei der Umsetzung von Projekten zur Teilzeitausbildung aus Mitteln des ESF (Europäischer Sozialfonds) finanziell gefördert.

Im Rahmen des Projektes ist die Broschüre "Teilzeitausbildung – Good-Practice-Beispiele von und für Unternehmen!" entstanden.

Neben Einblicken in personalpolitische und betriebswirtschaftliche Perspektiven auf die Teilzeitausbildung bietet Ihnen die Broschüre Informationen zu den Rahmenbedingungen der Umsetzung und zu den persönlichen Chancen familienfreundlicher Ausbildungsplätze.

Hierzu haben wir acht Betriebsportraits aus dem ESF-Förderprogramm „Teilzeitausbildung von alleinerziehenden Frauen ohne Berufsausbildung“ ausgewählt.

Die Portraits haben wir Ihnen hier in einer praktischen Übersicht zusammen gestellt - unsere gesamte Broschüre gibt es auch als

zum Download für Sie.

ESF-Projekt "TAFF – Teilzeitausbildung für Frauen" / CJD Bodensee-Oberschwaben

 
 
Frau Dr. Schuon | Dres. Schuon, Praxis für Allgemeinmedizin Friedrichshafen

Wir haben eine motivierte Arbeitskraft!

Frau Dr. Schuon | Dres. Schuon, Praxis für Allgemeinmedizin Friedrichshafen

„Mit der Ausbildung in Teilzeit haben wir im September 2013 begonnen, nachdem wir von einer Mitarbeiterin des CJD Bodensee- Oberschwaben persönlich darauf angesprochen wurden. Wir hatten damals gerade einen Bedarf an geringfügiger Unterstützung und dann passte das gut zusammen. Die TZA bietet uns die Möglichkeit, unserem Bedarf entsprechend personelle Unterstützung im Betrieb zu bekommen. Im Moment haben wir Schwierigkeiten Arzthelferinnen zu finden. Mit der TZA können wir dem Mangel begegnen, indem wir jungen Frauen die Möglichkeit geben, ihre Ausbildung abzuschließen und damit weitere Fachkräfte für den Arbeitsmarkt ausbilden. Unsere Erfahrungen mit der TZA sind gut und der Unterschied zur Vollzeitausbildung nicht wirklich groß. Frau Kopp hat sich schnell in unseren Betrieb eingefunden und wir merken ihr ihre Lebenserfahrung als junge Mutter an. Sie weiß, worum es geht, sie ist zielstrebig, motiviert und auch flexibel. Eine Herausforderung in der Umsetzung der TZA sehen wir in der Kinderbetreuung, denn hier muss bspw. die Abdeckung der Ferienzeiten im Vorfeld gut überlegt und rechtzeitig geplant werden, besonders wenn das Kind noch sehr klein ist. Wir finden die TZA sinnvoll und können sie auch anderen Betrieben empfehlen: Man gewinnt eine motivierte Arbeitskraft!“

 
Frau Kopp, Auszubildende zur medizinischen Fachangestellten, 24 Jahre, 1 Kind, Realschulabschluss

TZA ist für mich die beste Lösung!

Frau Kopp, Auszubildende zur medizinischen Fachangestellten, 24 Jahre, 1 Kind, Realschulabschluss

„Eine Vollzeitausbildung hätte ich zeitlich nicht mit meinem Kind vereinbaren können. Der organisatorische Aufwand hält sich für mich durch die TZA in Grenzen: Ich arbeite vormittags in der Arztpraxis und zweimal wöchentlich nachmittags. Wenn meine Tochter noch im Kindergarten ist, habe ich Zeit, mich auf’s Lernen zu konzentrieren. Diese Lernzeit für die Prüfung zu haben, ist sehr wichtig für mich, um erfolgreich abschließen zu können. Wichtig ist auch, dass man ein Netzwerk aus Familie, Freunden und dem Vater des Kindes hat, die alle einspringen können, falls das Kind mal krank ist. Das muss alles im Vorfeld schon geplant werden. Ich persönlich sehe in der TZA nur Vorteile: Ich habe nicht die volle Arbeitszeit und kann mich gut auf ’s Lernen und die Ausbildung konzentrieren. Auch das Entgegenkommen meines Arbeitgebers ist sehr positiv! Ich werde maximal unterstützt und kann nur Vorteile in der TZA erkennen! Ich habe nicht den Eindruck, dass ich durch die begrenzte Ausbildungszeit Inhalte verpasse, eher im Gegenteil: Mir wird alles genau und intensiv erklärt. Bei mir läuft im Moment alles genau so, wie es laufen sollte.“

 
 
 

ESF-Projekt „DUETT – Förderung der Teilzeitausbildung für alleinerziehende Frauen/ttg team training GmbH

 
 
Herr Hamann

Beide Seiten profitieren!

Herr Hamann, Geschäftsführer | Eurofins Jäger Tübingen

„Wir beschäftigen uns als wirtschaftlichorientiertes Unternehmen schon länger mit der Frage, wie es gelingen kann, familienfreundlicher zu werden und auch Menschen mit Benachteiligungen eine Chance zu geben.
Frau Mbati hat uns im Rahmen eines Praktikums von sich überzeugt, da sie bereits Vorerfahrungen durch ihre Ausbildung in Kenia hatte und die nötige Ernsthaftigkeit mitbrachte. Zu Beginn der Ausbildung erwies es sich als sehr hilfreich, dass die zuständige Abteilungsleiterin Engländerin ist und die beiden sich sehr gut in Englisch verständigen konnten. Frau Mbati arbeitet nicht nur praktisch sehr gut, sondern hat uns auch mit ihren guten Noten überrascht.
Die TZA lässt sich in unser Unternehmen aufgrund der flexiblen Arbeitszeit gut integrieren. Wir versuchen generell ein Win-Win für beide Seiten zu ermöglichen. Im Falle von Frau Mbati gelingt das sehr gut. Wir können die TZA auch anderen Betrieben empfehlen, die bereit sind, flexible Modelle und Lösungen zu entwickeln. Wichtig erscheint uns allerdings, dass es im Vorfeld die Möglichkeit gibt, sich über eine längere Praktikumsphase kennen zu lernen und dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die TZA mittragen.“

Frau Mbati

Die Entscheidung war richtig!

Frau Mbati | Auszubildende zur Chemielaborantin, 34 Jahre, 1 Kind, Mittlere Reife

„Die TZA hat mich vor allem interessiert, weil ich durch sie Zeit für mein Kind habe und gleichzeitig arbeiten kann. Als alleinerziehende Mama habe ich dadurch mehr Möglichkeiten, den Haushalt, die Kinderbetreuung und die Arbeit zu organisieren. In Kenia habe ich bereits als medizinisch-technische Assistentin im Labor gearbeitet und kann meine Erfahrungen mit den Arbeitsabläufen und dem Equipment in meine Ausbildung einbringen. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin und den Mut dazu hatte! Mein Ziel ist ein gutes Leben für mich und mein Kind. Selbstvertrauen, Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen sind Fähigkeiten, die man für die Ausbildung braucht: Ich stehe morgens um fünf Uhr auf und lerne zwei Stunden, bevor mein Kind aufwacht. Durch das Projekt DUETT habe ich immer Ansprechpersonen, die mich bei Problemen unterstützen. Als große Herausforderung empfinde ich die Kinderbetreuung. Meine Tochter ist im Kindergarten sehr gut versorgt, aber wenn sie mal krank ist oder der Kindergarten geschlossen hat, dann muss ich frei nehmen. Wenn ich im Betrieb rechtzeitig Bescheid sage, kommen alle sehr gut damit zurecht. Ich habe den passenden Betrieb gefunden.“

 
 
 

ESF-Projekt „artemis – Teilzeitausbildung für Alleinerziehende“/Werkstatt Parität & Diakonisches Werk Württemberg

 
 
Frau Nothwang, Geschäftsführerin Elektro Nothwang GmbH & Co. KG Owen an der Teck

Familienfreundlichkeit ist uns wichtig!

Frau Nothwang |  Geschäftsführerin Elektro Nothwang GmbH & Co. KG, Owen an der Teck

„Unser Elektrobetrieb bildet seit 2013 eine Bürokauffrau in Teilzeit aus und hat damit bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir sind ein Familienbetrieb und es ist uns wichtig, jungen Eltern eine Chance zu geben, die Ausbildung mit ihrer Familienverantwortung zu vereinbaren. Die verkürzte Wochenarbeitszeit der Auszubildenden fügt sich in die Arbeitsorganisation unseres Handwerksbetriebs problemlos ein. Insgesamt haben wir den Eindruck, dass die Motivation, die Zielstrebigkeit und auch die beruflichen Vorerfahrungen unserer Auszubildenden ein Gewinn für unser Unternehmen sind. Klare Absprachen und Flexibilität auf beiden Seiten sind jedoch sehr wichtig für den reibungslosen Ablauf.

Die TZA können wir auch anderen Betrieben empfehlen: Die Auszubildenden bringen durch ihre Familienverantwortung mehr persönliche Reife und viel Organisationsgeschick mit. Wir wollen den Fachkräftenachwuchs für die Firma sichern und bilden deshalb auch in Teilzeit aus – eine Ausbildung ist immer ein ‚Geben und Nehmen‘. Die TZA lässt sich in unserem Kleinbetrieb sehr gut umsetzen. Schön für uns ist natürlich auch die gute Resonanz auf unseren Anspruch als familienfreundlicher Betrieb.“

Frau Drechsler Auszubildende zur Bürokauffrau 36 Jahre, 1 Kind, AbiturRealschulabschluss

Ich will meinem Kind ein Vorbild sein!

Frau Drechsler | Auszubildende zur Bürokauffrau, 36 Jahre, 1 Kind, Abitur

„Ich habe mich für eine Ausbildung in TZ entschieden, um mehr Zeit für mein Kind und das Lernen zu haben. Inzwischen gelingt es mir recht gut, die Ausbildung mit meinen Anforderungen als Mutter zu vereinbaren. Große Unterstützung bekomme ich von meiner Mutter, die einen Teil der Kinderbetreuung übernimmt. Die Mitarbeiterinnen von artemis (EBI Esslingen) haben mir im Vorfeld der Ausbildung vor allem bei der Suche nach einem Praktikumsplatz und bei der Sicherung unseres Lebensunterhalts geholfen. Meine Ausbildung im Elektrobetrieb gefällt mir sehr gut, sie ist sehr interessant und vielseitig. Auch die Berufsschule läuft sehr gut, aufgrund meiner guten Ergebnisse kann ich sogar die Lehrzeit verkürzen. Ich denke, für die TZA ist einiges an Disziplin erforderlich, ich lerne z. B. konsequent jeden Abend - auch wenn es mir manchmal nicht leicht fällt. Ich bin sehr dankbar und froh, in diesem familiär geführten Betrieb eine gute Ausbildung zu bekommen. Mein Ziel ist es, eine qualifizierte Berufsausbildung zu besitzen und damit meinem Kind ein Vorbild zu sein. Fair fände ich es allerdings, wenn nicht nur wir Frauen nach der Kinderbetreuung gefragt würden. Ich wünschte, dass mehr Betriebe Mut zu individuellen Lösungen hätten, die es Eltern einfacher machten, Beruf und Familie zu vereinbaren.“

 
 
 

ESF-Projekt „Amovista“/bfz gGmbH

 
 
Herr Baier | Geschäftsinhaber Brot- und Feinbäckerei Baier, Crailsheim

Eine gute Chance für kleinere Betriebe!

Herr Baier | Geschäftsinhaber Brot- und Feinbäckerei Baier, Crailsheim

„Als Frau Ünal bei uns wegen einer TZA anfragte, wusste ich noch gar nicht, dass das möglich ist. Heute sehe ich sie als Glücksfall: Sie sieht die Arbeit und zeigt großes Interesse. Manchmal kann ich ihren Wissensdurst gar nicht stillen, dann gebe ich ihr Fachbücher zum Selbststudium. Die Arbeitszeiten der TZA kommen mir sehr entgegen, eine Auszubildende in Vollzeit könnte ich in der Konditorei nicht auslasten. Frau Ünal arbeitet selbstständig und ist sehr zuverlässig. Ich merke, dass sie als Mutter verantwortungsvoller ist und größere Ziele hat, als andere Auszubildende.

Die TZA fügt sich bei uns tadellos in die Abläufe ein und stellt keine besondere Herausforderung dar. Wichtig ist natürlich, dass die Kinderbetreuung gesichert ist und der Wille der Auszubildenden stark genug. Ein Praktikum bietet mir als Arbeitgeber die Gelegenheit, das zu prüfen und der Bewerberin die Möglichkeit, sich zu zeigen. Ich finde, die TZA ist eine gute Chance für kleinere Betriebe!“

Frau Ünal | Auszubildende zur Konditorin, 39 Jahre, 4 Kinder, Hauptschulabschluss

Man sollte einen Beruf finden, der gut zu einem passt!

Frau Ünal | Auszubildende zur Konditorin, 39 Jahre, 4 Kinder, Hauptschulabschluss

„Mit der TZA habe ich die Chance, mein eigenes Geld zu verdienen und mich später selbstständig zu machen. Ich habe den Wunsch, ein eigenes Café zu führen. Ich bin sehr motiviert, die Ausbildung zu schaffen und liebe meine Arbeit. Unter der Woche beginnen meine Arbeitstage sehr früh. Ich stehe schon um 3.30 Uhr auf, fahre 40 Kilometer zur Arbeit und beginne bereits um 5 Uhr in der Backstube. Ich bekomme sehr viel Unterstützung von meiner Familie und meinen Kindern, die älteren sind oft dazu bereit, auf die jüngeren aufzupassen. Zusätzlich haben wir noch eine Tagesmutter, denn es ist wichtig, dass die Kinderbetreuung sichergestellt ist. Das Team ist sehr nett, und mein Chef gibt mir immer wieder Freiheiten, neue Ideen auszuprobieren. Als Hürde sehe ich bei mir eigentlich nur die Sprache: Wenn ich besser in Deutsch wäre, dann hätte ich überall eine Eins. Die Fachausdrücke muss ich erst lernen und verstehen, das ist besonders bei Prüfungsaufgaben wichtig. Ansonsten klappt alles sehr gut. Meine Kinder sind sehr stolz auf mich!“

 
 
 

ESF-Projekt „AQTA – Ausbildung und Qualifizierung in TZ für alleinerziehende Frauen“/Sozialunternehmen Neue Arbeit gGmbH

 
 
Herr Leitert | Ausbildungsleiter Sozialunternehmen Neue Arbeit gGmbH, Stuttgart

Ich habe wieder mehr Spass am Ausbilden!

Herr Leitert | Ausbildungsleiter Sozialunternehmen Neue Arbeit gGmbH, Stuttgart

„Frau Pereira de Casto ist über ein zweiwöchiges Praktikum zu uns gekommen und hatte gleich Spaß am Bereich Metall. Wir machen die Erfahrung, dass die Frauen – im Vergleich zu den anderen Auszubildenden – sich weiterbilden wollen und stolz auf ihre Arbeit sind. Die Stufenweise Qualifizierung zum Berufsabschluss in Teilzeit läuft sehr gut: Die Frauen sind sehr ehrgeizig und verarbeiten Lerninhalte sehr schnell. Man merkt schon, dass die Frauen länger aus der Schule draußen sind. Aber dadurch, dass sie so schnell lernen und ich den Theorieunterricht hier mit der Praxis verknüpfen kann, läuft es sehr gut. Wenn die Frauen in der Theorie mal etwas nicht verstehen, gehen wir eben an die Maschine. Die alleinerziehenden Frauen fordern mich mit ihrem Wissensdurst, dadurch macht es mir wieder mehr Spaß auszubilden und den Frauen anspruchsvolle Projekte zu bieten.

Ich finde, Betriebe sollten Verständnis für Alleinerziehende haben und flexibel reagieren, wenn mal etwas Unvorhergesehenes mit den Kindern ist: Die Frauen sind sehr bestrebt, das Versäumte in kurzer Zeit nachzuholen. Sie nehmen die Chance sich zu bilden auch viel bewusster wahr und sind zielstrebiger als Jugendliche – für sie ist es ein Geschenk!“

Frau Pereira de Casto | Stufenweise Qualifizierung zum Berufsabschluss Maschinen- und Anlagenführerin*, 44 Jahre, 2 Kinder, Hauptschulabschluss

Damit stehen mir zukünftig andere Türen offen!

Frau Pereira de Casto | Stufenweise Qualifizierung zum Berufsabschluss Maschinen- und Anlagenführerin*, 44 Jahre, 2 Kinder, Hauptschulabschluss

„Ich hatte schon immer den Wunsch, eine handwerkliche Arbeit zu machen. Drei meiner Brüder sind Mechaniker und wenn sie etwas montiert oder auseinander gebaut haben, hat mich das immer interessiert. Daher kommt mein technisches Interesse. Ich habe in Brasilien schon Kosmetikerin und Friseurin gelernt und erst hier erfahren, dass man auch als Frau solche Berufe ausüben kann. Mit der Stufenweisen Qualifizierung zur Maschinen- und Anlagenführerin stehen mir zukünftig andere Türen offen und ich verdiene besser. Ich habe viel Positives darüber gehört. Wenn es schwierig wird z. B. mit Mathematik, dann kann ich Nachhilfe bekommen. Ich bin sehr froh, dass ich diese Chance nutzen und auch mit 44 Jahren noch einen Berufsabschluss machen kann.

Organisatorisch ist es im Moment nicht einfach mit der Kinderbetreuung: Mein älterer Sohn braucht viel Unterstützung und meine kleine Tochter hat noch keinen Platz im Ganztageskindergarten. Da muss der Tag sehr gut strukturiert sein. Es passt deshalb zeitlich sehr gut, dass ich nur vier Stunden täglich im Betrieb arbeiten muss. Mein Sohn hat mir früher oft vorgehalten ‚du bist arbeitslos‘ – jetzt kann ich ihm ein Vorbild sein.“

* Stufenweise Qualifizierung zum Berufsabschluss wird über einen Bildungsgutschein realisiert.
Dabei handelt es sich nicht um eine duale Ausbildungsform.

 
 
 

ESF-Projekt „TAFF – Teilzeitausbildung für alleinerziehende Frauen“/AJO e.V.

 
 
Frau Sponagel | Ausbildungsleiterin Seniorenzentrum Sonnhalde, Neuenbürg

Die TZA stellt für uns keinen Mehraufwand dar!

Frau Sponagel | Ausbildungsleiterin Seniorenzentrum Sonnhalde, Neuenbürg

„Frau Manz ist unsere zweite TZ-Auszubildende im Haus. Wir wollten das einfach einmal ausprobieren. Gerade in den Bereichen Beschäftigungstherapie und Betreuung haben wir sowieso wenige Vollzeitkräfte. In der Alltagsbetreuung ist die TZA gut planbar und die Auszubildenden brauchen weniger zeitliche Flexibilität als im Pflegebereich. Gerade für Alleinerziehende stimmen hier die Arbeitszeiten besser mit der Kinderbetreuung überein. Die TZA unterscheidet sich kaum von der Vollzeitausbildung, der Unterricht muss komplett an zwei Tagen in der Woche geleistet werden. Planerisch muss man das Ganze eben gut durchdenken. Die Dienstplanerstellung stellt für uns aber keinen Mehraufwand dar.

Anderen Betrieben würde ich empfehlen, die zukünftige TZ-Auszubildende ein Praktikum machen zu lassen, damit man sich gegenseitig kennenlernt. Wichtig ist aber auch die Akzeptanz im Team. Die Mitarbeiter können besser mitgehen, wenn sie sehen, dass hier zusätzliche Arbeit geleistet wird und mehr Zeit für die Bewohner bleibt. Gut ist natürlich auch, wenn die Auszubildende ab und an flexibles Entgegenkommen zeigt und mal außer der Reihe kommt.“

Frau Manz | Auszubildende zur Alltagsbetreuerin, 30 Jahre, 2 Kinder, Hauptschulabschluss

Eine verlässliche Kinderbetreuung ist sehr wichtig!

Frau Manz | Auszubildende zur Alltagsbetreuerin, 30 Jahre, 2 Kinder, Hauptschulabschluss

„Über die Möglichkeit einer Teilzeitausbildung habe ich von den Mitarbeiterinnen bei TAFF (Q-Prints&Service Pforzheim) erfahren. Ich habe früher bereits im Pflegebereich gearbeitet, aber eine Vollzeitausbildung kam für mich aufgrund der fehlenden Kinderbetreuung nicht in Frage. Seit meine Kinder in die Ganztagesschule und den Ganztageskindergarten gehen, bin ich etwas entlastet und konnte mit der Teilzeitausbildung beginnen. So habe ich zwischen 7.30 Uhr und 15 Uhr Zeit zum Arbeiten. Wenn ich am Wochenende arbeiten muss, dann werden die beiden von ihrer Oma oder ihrem Vater betreut. Die Ausbildung ist für mich nur möglich, weil die beiden einspringen, wenn die Kinder Ferien haben oder krank sind.

Ich finde es wichtig, dass man sich bewusst auf die zwei Jahre Ausbildung einlässt. Es ist anstrengend, nach einem Arbeitstag, wenn die Kinder im Bett sind, auch noch zu lernen. Man braucht Durchhaltevermögen und muss belastbar sein. Außerdem ist es für einen funktionierenden Alltag wichtig, dass die Kinderbetreuung stabil organisiert ist. Als größte Herausforderung empfinde ich das Lernen, denn das muss ja neben den Kindern und dem Haushalt passieren. Bis jetzt läuft es aber ganz gut.“

 
 
 

ESF-Projekt „AITA – Alleinerziehende Frauen in Teilzeitausbildung“/Frauenunternehmen ZORA gGmbH

 
 
Frau Herold | Stationsleiterin Katharinenhospital Stuttgart

TZA ist eine gute Sache!

Frau Herold | Stationsleiterin Katharinenhospital Stuttgart

„Unsere Station hat im November 2013 mit der TZA begonnen und arbeitet eng mit dem Bildungszentrum am Klinikum zusammen. Die verkürzte und veränderte Arbeitszeit der Auszubildenden erfordert eine gute und sorgfältige Planung bei der Erstellung der Dienstpläne. Aufgrund der verkürzten Schichten lässt es sich zum Teil nicht einrichten, dass die Auszubildenden in Stoßzeiten anwesend sind oder in die tägliche Übergabe integriert werden können. Im 2. Jahr wird es aber leichter, da die Arbeitszeit auf weniger Tage in der Woche verteilt wird. Ich finde es sehr wichtig, dass die Auszubildenden ihre Arbeitszeiten selbst mitbestimmen können und bspw. ganze Schichten arbeiten können und dafür dann weniger Tage. Dadurch lassen sich Abläufe und Inhalte effektiver lernen.

Generell werden die Arbeitszeiten aber sehr individuell an die Bedarfe der Kinderbetreuung angepasst. Die Möglichkeit eine TZA machen zu können, ist in jedem Fall eine große Chance für die Mütter. Das sehe ich sehr positiv. Wenn es die Möglichkeit nicht gäbe, hätte sich manche vielleicht nicht für die Ausbildung entschieden. Ich würde die TZA auf jeden Fall auch anderen Kliniken empfehlen. Ich finde es ist eine gute Sache.“

Frau Ngángá | Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, 26 Jahre alt, 1 Kind, Realschulabschluss

Man muss mit Leib und Seele dabei sein!

Frau Ngángá | Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, 26 Jahre alt, 1 Kind, Realschulabschluss

„Das Tolle bei der Teilzeitausbildung ist, dass ich neben der Ausbildung auch noch Zeit für mein Kind habe. Ich arbeite zu 75% und der Unterricht findet von 8 bis 13 Uhr statt. Da ich mein Kind erst ab 7 Uhr in die Kita bringen kann, beginne ich in der Klinik erst um 8 Uhr. Am Anfang war es schwierig, da dachte ich, ich schaffe es nicht. Aber jetzt ist alles geregelt und der organisatorische Aufwand hält sich in Grenzen. Nur wenn ich meinen Deutschkurs habe, dann muss die Tagesmutter einspringen und meinen Sohn vom Kindergarten abholen. Auf meiner Station sind alle Kolleginnen sehr verständnisvoll und unterstützen mich in der Arbeit am Patienten. Wenn ich um 13 Uhr Schluss mache, habe ich noch genügend Zeit zum Lernen und für den Haushalt. Die Ausbildung selbst finde ich sehr anspruchsvoll. Ich muss viel lernen, vor allem die Sprache. Aber die Lehrerinnen sind sehr verständnisvoll und entgegenkommend. Ich habe schon als Kind davon geträumt, Krankenschwester zu werden, meine Mutter war immer mein Vorbild! Es ist toll, dass es jetzt mit der Teilzeitausbildung klappt. Mit Kind hätte ich mir eine Vollzeitausbildung nicht zugetraut.“

 
 
 

ESF-Projekt „AB jetzt! – Alleinerziehende starten mit Teilzeitausbildung in den Beruf“/IN VIA e.V.

 
 
Herr Schaible | Ausbildungsmeister Mercedes-Benz Werk Gaggenau

Teilzeitauszubildende bringen viel Engagement mit!

Herr Schaible | Ausbildungsmeister Mercedes-Benz Werk Gaggenau

„In unserem Unternehmen bieten wir auch Alleinerziehenden flexible Möglichkeiten für eine Ausbildung. Im Mercedes-Benz Werk Gaggenau bilden wir zur Zeit zwei Werkzeugmechanikerinnen in Teilzeit aus und unsere Erfahrungen sind sehr gut: Die Kolleginnen sind motiviert und engagiert! Ihre Entwicklung ist sowohl in fachlicher und sozialer als auch in schulischer Hinsicht sehr positiv. Sie sind selbständig, bringen viele soziale Kompetenzen und auch Rückgrat mit, was sich positiv auf die Gruppe der Auszubildenden auswirkt.

Als Besonderheit in der Teilzeitausbildung gilt bei uns, dass wir unseren Auszubildenden Gleitzeit anbieten, sodass sie Familie und Beruf besser vereinbaren können. Auch die Gewerbeschule haben wir im Vorfeld eingebunden. Unsere Erfahrung ist, dass die Frauen ihr Ziel, die Ausbildung abzuschließen, sehr ernsthaft verfolgen. TZA kann deshalb sicher auch für kleine und mittelständische Betriebe eine Möglichkeit sein. Wir können das Modell auf jeden Fall empfehlen.“

Frau Essler | Auszubildende zur Werkzeugmechanikerin, 24 Jahre, 1 Kind, Hauptschulabschluss Frau Nowaczyk | Auszubildende zur Werkzeugmechanikerin, 26 Jahre, 2 Kinder, Hauptschulabschluss

Meine Tochter ist sehr stolz auf mich!

Ich möchte meinen Kindern ein sicheres Leben bieten!

 

Frau Essler | Auszubildende zur Werkzeugmechanikerin, 24 Jahre, 1 Kind, Hauptschulabschluss

„Ich bin sehr motiviert, die Ausbildung zu schaffen, weil ich selbstständig sein will. Ich möchte einfach Zukunftschancen haben und nicht stehen bleiben. Wenn man es wirklich will, dann schafft man das auch.

Ausbildung und Familie unter einen Hut zu bekommen, war anfangs natürlich nicht ganz einfach. Ich bekomme Unterstützung von meiner Familie und meinen Freunden, aber viele haben selbst Kinder oder arbeiten – da kann ich nicht immer so drauf zurückgreifen, wie ich das müsste. Mittlerweile klappt es aber wirklich gut. Meine Tochter startet um 7 Uhr in der Frühgruppe und abends, wenn sie im Bett ist, habe ich Zeit zum Lernen. Meine Tochter ist sehr stolz auf mich. Immer, wenn sie einen Mercedes sieht, erzählt sie ‚Da arbeitet meine Mama!‘.“

Frau Nowaczyk | Auszubildende zur Werkzeugmechanikerin, 26 Jahre, 2 Kinder, Hauptschulabschluss

„Die Ausbildung läuft mittlerweile sehr gut. In der Anfangszeit war der Organisationsaufwand recht groß, aber jetzt ist alles geregelt: Meine Kinder sind neben Schule und Kindergarten noch durch eine Tagesmutter und den Hort betreut. Sie sind sehr gut in die Situation integriert und machen toll mit, obwohl wir immer so früh rausmüssen. Es braucht viel Durchhaltevermögen, um die Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Wir bekommen sehr große Unterstützung von der Schule, vom Betrieb und vor allem von unseren Ausbildern. Das ist schon ein toller Rückhalt! Unsere Ansprechpartnerin im Projekt „AB jetzt“! ist auch eine große Hilfe bei allen Fragen gewesen.“

 
 
 
 
 
 
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