Informationen zur Teilzeitausbildung (TZA)

Gesetzliche Grundlage

Die Möglichkeit zur Teilzeitberufsausbildung ist seit 2005 im Berufsbildungsgesetz (BBiG) verankert. Das Gesetz wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2020 neu gefasst. Einige dieser Neuerungen des BBiG betreffen die Teilzeitausbildung.

Zum Berufsbildungsgesetz (BBiG): www.bmbf.de


Die Teilzeitberufsausbildung ist seit dem 1. Januar 2020 im § 7a des BBiG geregelt. Dort heißt es:

(1) Die Berufsausbildung kann in Teilzeit durchgeführt werden. Im Berufsausbildungsvertrag ist für die gesamte Ausbildungszeit oder für einen bestimmten Zeitraum der Berufsausbildung die Verkürzung der täglichen oder der wöchentlichen Ausbildungszeit zu vereinbaren. Die Kürzung der täglichen oder der wöchentlichen Ausbildungszeit darf nicht mehr als 50 Prozent betragen.

(2) Die Dauer der Teilzeitberufsausbildung verlängert sich entsprechend, höchstens jedoch bis zum Eineinhalbfachen der Dauer, die in der Ausbildungsordnung für die betreffende Berufsausbildung in Vollzeit festgelegt ist. Die Dauer der Teilzeitberufsausbildung ist auf ganze Monate abzurunden. § 8 Absatz 2 bleibt unberührt.

(3) Auf Verlangen der Auszubildenden verlängert sich die Ausbildungsdauer auch über die Höchstdauer nach Absatz 2 Satz 1 hinaus bis zur nächsten möglichen Abschlussprüfung.

(4) Der Antrag auf Eintragung des Berufsausbildungsvertrages nach § 36 Absatz 1 in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse für eine Teilzeitberufsausbildung kann mit einem Antrag auf Verkürzung der Ausbildungsdauer nach § 8 Absatz 1 verbunden werden.


Weiterhin gibt es den § 8 BBiG zur "Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungsdauer":

(1) Auf gemeinsamen Antrag der Auszubildenden und der Ausbildenden hat die zuständige Stelle die Ausbildungsdauer zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Dauer erreicht wird.

(2) In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle auf Antrag Auszubildender die Ausbildungsdauer verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Vor der Entscheidung über die Verlängerung sind die Ausbildenden zu hören.

(3) Für die Entscheidung über die Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungsdauer kann der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung Empfehlungen beschließen.


Die Mindestvergütung einer Teilzeitausbildung ist im § 17,5 BBiG geregelt:

(5) Bei einer Teilzeitberufsausbildung kann eine nach den Absätzen 2 bis 4 zu gewährende Vergütung unterschritten werden. Die Angemessenheit der Vergütung ist jedoch ausgeschlossen, wenn die prozentuale Kürzung der Vergütung höher ist als die prozentuale Kürzung der täglichen oder der wöchentlichen Arbeitszeit.


Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die Neuerungen im BBiG zur Teilzeitberufsausbildung in einem Faltblatt zusammengestellt:zum Faltblatt der DIHK


Praktische Erfahrungen und Unterstützung

Die Erfahrung zeigt, dass der Übergang in eine Berufsausbildung gerade für Menschen in Familienverantwortung sich in vielerlei Hinsicht schwierig gestalten kann – das beginnt bei der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle und reicht bis zu Fragen der Finanzierung des Lebensunterhalts während der Ausbildung. 

Beratung und Unterstützung in Sachen Teilzeitausbildung bieten z.B. Bildungsträger, Kammern, Agenturen für Arbeit und Jobcenter.


Teilzeitausbildung in Baden-Württemberg

Im Netzwerk Teilzeitausbildung Baden-Württemberg haben sich seit 2011 verschiedene Bildungsträger, Beratungsstellen, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Vertreter*innen von Kammern und weitere Akteur*innen des Ausbildungs- und Arbeitsmarkts  zusammengeschlossen, um Erfahrungen auszutauschen, sich zu qualifizieren und um die Bekanntheit der Teilzeitausbildung zu erhöhen.  


Auf fachpolitischer Ebene hat das Ausbildungsbündnis Baden-Württemberg mit einer Erklärung im Jahr 2016 deutlich gemacht, dass die Partner des Bündnisses mehr Auszubildende und Betriebe für eine Teilzeitausbildung gewinnen wollen.

Zur Erklärung der Partner des Ausbildungsbündnisses zur Teilzeitausbildung: www.wm.baden-wuerttemberg.de


Das Land Baden-Württemberg fördert die Umsetzung der Teilzeitausbildung seit dem Jahr 2012 bis zum Jahr 2020 mit Projekten zur Teilzeitausbildung, die sich schwerpunktmäßig an Alleinerziehende richten, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Zum ESF in Baden-Württemberg: www.esf-bw.de


Baden-Württemberg hat darüber hinaus die Förderung der  Teilzeitausbildung als einen Baustein in das Landesprogramm "Neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt" aufgenommen.Infos zum Landesprogramm

 
 
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