Abgeschlossene Projekte der LAG Mädchenpolitik Baden-Württemberg im Bereich Teilzeitausbildung

Seit der Gründung des Netzwerks Teilzeitausbildung Baden-Württemberg im Jahr 2011 hat die LAG Mädchenpolitik Baden-Württemberg verschiedene Projekte im Bereich Teilzeitausbildung durchgeführt und abgeschlossen. Hier finden Sie eine Dokumentation dieser Projekte.

Expertise zur Ausweitung der Teilzeitausbildung auf bislang nicht im Fokus stehende Zielgruppen (April 2014 bis März 2015)

Die LAG Mädchenpolitik Baden-Württemberg erstellte eine bundesweit angelegte Expertise zur Ausweitung der Teilzeitausbildung auf bislang nicht im Fokus stehende Zielgruppen.

Die Erfahrungen aus der Praxis, wie sie beispielsweise durch die Arbeit des Netzwerks Teilzeitausbildung Baden-Württemberg vorliegen, zeigen, dass die gesetzliche Möglichkeit zur Ausbildung in Teilzeit bislang mehrheitlich von Alleinerziehenden und jungen Eltern wahrgenommen wird.

Im Projekt wurden Möglichkeiten und  Chancen ausgelotet, die Rahmenbedingungen beruflicher Ausbildung für weitere Zielgruppen zeitlich flexibler auf individuelle Lebenslagen und Voraussetzungen anzupassen. Dabei standen die Förderung der Teilhabe von Bewerber_innen mit spezifischen Bedarfen an Beruflicher Bildung, die Stärkung ihrer Durchhaltefähigkeit in Ausbildung sowie die Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen durch Flexibilisierung von Ausbildungszeiten als Leitmotive im Vordergrund.

In die Expertise flossen Erfahrungen und Einschätzungen von ausgewählten Betrieben, Auszubildenden, Bildungsträgern sowie von Expert_innen aus Kammern, Fachverbänden und Agenturen ein.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell gefördert.

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Qualifizierungsprojekt zur Entwicklung regionaler Akquise und Betriebsbegleitungsstrategien (März 2011 bis Februar 2014)

Der Modellversuch der LAG Mädchenpolitik Baden‐Württemberg hat die regionale und passgenaue Akquise von Ausbildungsplätzen für junge Frauen gefördert, deren Lebensumstände eine besondere Begleitung und Unterstützung bei der Ausbildungssuche erfordern. Hierzu gehören u.a. junge Mütter oder von sozialer und kultureller Benachteiligung betroffene junge Frauen. In Zeiten des Fachkräftemangels sollten auf diese Weise kleine und mittlere Unternehmen (KMU) angesprochen und motiviert werden, neue Zielgruppen  zu erschließen und Bewerberinnen mit besonderen Ausbildungsplatzbedürfnissen Wege in eine gesicherte berufliche Zukunft zu eröffnen.  

Der Modellversuch hat hierzu ein landesweites Netzwerk  begründet, das seit 2011 die Vernetzung und den fachlichen Austausch von Trägern fördert und stärkt, die im Bereich der Teilzeitausbildung aktiv sind. Der regelmäßige  fachliche Austausch bietet - auch über den Modellversuchszeitraum hinaus - allen Akteur_innen neue Impulse für die Umsetzung der Teilzeitausbildung in Baden‐Württemberg und trägt zur Stärkung landesweiter Strukturen bei.

Darüber hinaus wurden im Modellversuch Fachkräfte der Jugendhilfe, die Kontakt zu jungen Frauen im Übergang in eine Ausbildung haben, für die Akquise und Begleitung von Ausbildungsbetrieben qualifiziert.

Der Modellversuch war Teil des Förderschwerpunkts "Neue Wege in duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung", das aus Mitteln des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Bundesministeriums für Bildung und Familie (BMBF) finanziert wurde.

BMBF
BIBB
 


Kurzberichte aus den Projektjahren

1.Projektjahr 2011 | Unsere innovativen Vorhaben

1. Vernetzung und Austausch
Die Vernetzung von Trägern der Jugendberufshilfe sowie vielfältigen Akteur_innen im Bereich der beruflichen Bildung, die sich für die Umsetzung der Teilzeitausbildung für junge Mütter und Väter in Baden-Württemberg engagieren oder interessieren, wird im Rahmen des Modellversuchs gezielt gefördert.

Bei einem ersten landesweiten Expert_innen-Hearing zum Thema Teilzeitausbildung in Baden-Württemberg im Juli 2011 haben rund 30 Vertreter_innen aus Arbeitsfeldern  der Jugendberufshilfe sowie der Agentur für Arbeit, der Jobcenter und der Kontaktstellen Frau und Beruf gemeinsam die soziale, politische und wirtschaftliche Bedeutsamkeit der Teilzeitausbildung diskutiert, aktuelle Bedarfe für die Umsetzung der Teilzeitausbildung in Baden-Württemberg identifiziert und den Aufbau eines landesweiten Netzwerkes verabredet.

Dokumentation

2. Qualifizierung von Fachkräften der Jugendhilfe

Im Rahmen von zwei  Qualifizierungsmodulen werden Fachkräfte der Jugendhilfe geschult, die in ihren Handlungsfeldern Kontakt zu jungen Frauen haben, die am Übergang in eine Ausbildung stehen. Vermittelt werden dabei Qualifikationen zur Umsetzung regionaler Akquisestrategien sowie zur Unterstützung und fachlichen Beratung von Betrieben während der Ausbildung.

Ausgehend von Erfahrungen mit der Teilzeitausbildung als gesetzlich geregelte Lösung für ein spezielles Ausbildungsplatzbedürfnis junger Mütter und Väter sollen Akquisestrategien und Unterstützungsmöglichkeiten für Betriebe entwickelt werden, die auf andere spezielle Ausbildungsbedürfnisse von Mädchen übertragbar sind und zum Erfolg führen.

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2.Projektjahr 2012 | Erste Erfolge und weitere Zukunftspläne

 Insbesondere das Themen- und Vernetzungsangebot zur Ausbildung in Teilzeit stieß bei vielen Akteur_innen im Land auf großes Interesse. So konnte die LAG Mädchenpolitik in 2011 innovative Akzente setzen, wie beispielsweise die erstmalige Vernetzung von Akteur_innen der Teilzeitausbildung beim Expert/innen-Hearing im Juli 2011, die Gründung des Netzwerks Teilzeitausbildung Baden-Württemberg im Dezember 2011 sowie die Entwicklung zweier Qualifizierungsangebotefür pädagogische Fachkräfte zu „Know-how und Strategien zur Akquise und Betriebsbegleitung“ und deren Pilot-Durchführung am Standort Mannheim.

Die LAG Mädchenpolitik hat sich darüber hinaus im vergangenen Jahr intensiv auf politischer, fachlicher und struktureller Ebene engagiert: Im Rahmen zahlreicher Gespräche mit Abgeordneten der Landesregierung im Arbeitsfeld Sozialpolitik und Arbeitsmarkt sowie mit zuständigen Verantwortlichen in den Ministerien konnten in Baden-Württemberg konkrete politische Impulse für die Förderung der „Ausbildung in Teilzeit“gegeben werden.

Das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg stellt ab Juni 2012 in seinem Landesprogramm „Gute und sichere Arbeit“ im Zeitraum 2012 bis 2014 ESF-Mittel in Höhe von 5,1 Millionen Euro zur Verfügung und ermöglicht damit acht landesweit agierenden Projekten, innovative Wege für ca. 1.500 Mütter in duale Ausbildung anzubieten.

Im Herbst 2012 weist einepolitische Fachveranstaltung, zu dem Frau Sozialministerin Katrin Altpeter ein Grußwort spricht wird, auf die Arbeit des Netzwerks hin und richtet sich mit dem Thema Teilzeitausbildung an Wirtschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit in Baden-Württemberg.


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3. Projektjahr 2013 | Aktuelle Entwicklungen und Erfolge

Schwerpunkte der Arbeit bilden weiterhin die Vernetzung und der fachliche Austausch mit Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Förderung der Teilzeitausbildung, die Vermittlung passgenauer Akquise- und Betriebsbegleitungsstrategien im Rahmen der Durchführung der entwickelten Schulungskonzepte und nicht zuletzt die Förderung und Vertiefung des fachlichen Austauschs von Akteur_innen im Netzwerk Teilzeitausbildung.

Die Aufnahme der Teilzeitausbildung ins Ausbildungsbündnis Baden-Württemberg seitens Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid im Dezember 2012 werten wir als ersten konkreten Erfolg des Runden Tisches zur Teilzeitausbildung im Herbst 2012 und unseres stetigen Engagements im Arbeitsfeld.

Im Herbst 2013 bildet die Fachveranstaltung „Perspektiven schärfen - Chancen nutzen“ den diesjährigen Höhepunkt der Öffentlichkeitsarbeit. Die Tagung am 12. November 2013 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart widmet sich sowohl der Bilanzierung der Ergebnisse und Erkenntnisse des Modellversuchs der LAG Mädchenpolitik als auch den offenen Fragen, die sich zukünftig im Umgang mit der Heterogenität stellen.


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